LANDSHUTER Zeitung vom 4. Mai 2009 Einmal Pasta Mortale, bitte!Theater Nikola lud zu kulinarischen Krimi-Geschichten in die "Goldene Sonne"Von Hanne WendlederEigentlich ist das "Dinner mortale" der Landshuter Hochzeit zu verdanken. |  |
Die Vorbereitungen dazu verhindern nämlich, dass das Theater Nikola eine Frühjahrs-inszenierung herausbringen kann. Quasi als Ersatz luden einige Mitglieder des Ensembles zu einer interessanten Veranstaltung: Ein-Menü, kombiniert mit einer Lesung. Getragen wurde das Ganze von des Deutschen liebster Literatur, den Kriminalgeschichten.Mit viel Mühe und Erfindungsgeist hatte man die Kombination von Krimi und Kulinarischem quasi fein abgeschmeckt. So stimmte im gut gefüllten Nebensaal der "Goldenen Sonne" ein blutroter Cocktail auf die blutrünstigen Geschichten ein. "Ein blondes Wunder", vorgetragen von Katrin Weinzierl, die auch durch den Abend führte, erzählte, auf welch raffinierte Art die Protagonistin Meridith sich ihrer lästigen Pflichten entledigte. Zu diesem Zweck musste die trickreiche Blondine allerdings erst einmal das Kochen lernen.Der anschließend gereichte Salat war zwar als verhängnisvolle Vorspeise angekündigt, blieb aber ohne entsprechende Nebenwirkungen. Die nächste Geschichte, von Reinhart Hoffmann erzählt, führte in ein italienisches Restaurant, wo "Eine sture römische Köchin" sich weigerte, zu Rosmarinkartoffeln Ketchup zu servieren. Diese an sich lobenswerte Prinzipientreue verträgt sich allerdings nicht mit den erforderli- chen Tageseinnahmen. Als dann auch noch ein Gast ihre berühmten Tagliolini mit Cacio und Pfeffer mit einer Tomatensoße verderben will, kommt es zum folgenreichen Eklat. Eben je*ne gefährliche Nudelspeise wurde anschließend gereicht und nicht ohne leichten Grusel konsumiert. Lisa Gusel spielte danach Ilsa, "Eine Frau in den besten Jahren", die anlässlich einer Weinprobe ihrem Tischherrn viel zu viel erzählt. Wenn eine Pechmarie allerlei unternehmen muss, um ihrem Schicksal auf die Sprünge zu helfen, sollte sie ihre Zunge besser in Zaum halten. Dies gilt umso mehr, wenn der Tischherr, gespielt von Reinhart Hoffmann, einer Mörderin auf der Spur ist und allzu eilfertig den Wein nachschenkt. Zur Nachspeise, einer "Süßen Sünde", leiteten Gabi Butz, Lisa Gusel, Brigitte Karl und Katrin Weinzierl über, die einen Kaffeeklatsch gefährlicher Freundinnen mimten. Omas Rezepte, so erfuhr man, sind nicht zu Unrecht seit Generationen bewährt. Das Publikum dankte mit lautem Beifall für die in mehrfacher Hinsicht bekömmliche Kombination von Literatur und Lukullischem. | | Lisa Gusel sucht sich als Ilsa mit mörderischer Vergangenheit den falschen Tischherrn (Reinhart Hoffmann) aus, um über ihre Taten zu plaudern oder: Eine Weinprobe ist die beste Verhörmethode. (Foto: hw) |
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