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Theater Nikola Landshut e.V.

Buehne Landshut

Interessenverband der freien

darstellenden Künste

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Innerfamiliares Erdbeben

 

Vorstellung der Extraklasse: Theater Nikola gHinzt mit der Komodie ,Der Vorname"

 

(gu) Am Freitag und Samstag durfte sich das Theater Nikola über ein ausverkauftes Haus freuen - trotz Dultauftakt und (zumindest am Samstag) besten Wetters. Geboten wurde die gesellschaftskritische Komödie "Der Vorname" von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patelliere. Geboten wurde auch
eine Vorstellung der Extraklasse - so viel vorab.
Treffen im Familien- und Freundeskreis können etwas erbauliches sein. Hat man doch gemeinsame Erinnerungen oder Erlebnisse, die es gilt in Erinnerung gehalten oder ausgetauscht zu werden - beste Voraussetzungen also für einen harmonischen Abend in privater Atmosphäre. Aber wehe, ein falsches Wort, eine falsche Bemerkung fällt.
Schon bröckelt die Harmonie, werden Geschwister und Freunde zu Gegenspielern - mit Glück nur temporär. Unliebsame Erinnerungen und gegenseitige Vorwürfe gewinnen die Oberhand und der Abend wird zur Tortur für alle Beteiligten.
Elisabeth Garaud-Lachner (gespielt von Daniela Seimel) und ihr Mann Pierre (Alexander Hell), sie Französisch-Lehrerin, er Professor für französische Literatur, erwarten, wenn auch unter leichter Anspannung, an einem Samstagabend Besuch. Angesagt haben sich Vincent Lachner (Aaron Jungblut-Klemm), Bruder von Elisabeth und somit Schwager von Pierre - und dessen bester Freund. Auch Vincents Lebensgefährtin Anna Caravati (Theresa Bollwein) wird erwartet. Diese allerdings zieht es vor, erst noch einen Geschäftstermin wahrzunehmen und verspätet einzutreffen. Vincent ist·gleichermaßen gutaussehend wie auch als Immobilienmakler überaus erfolgreich. Die leicht kapriziöse Anna konnte als Ergänzung zu seinem etwas ubersteigertem Ego kaum passender sein.
Auch auf der Gästeliste: Claus Gattermann (Mathias Paintner), Posaunist beim Rundfunkorchester und ein Mann wie ihn die Frauen lieben - zuruckhaltend und mit einem feinsinnigen Humor ausgestattet. Im Gegensatz zu Pierre, der sich gerne in allen Lebenslagen auf seine Frau, die er liebevoll Sissi nennt, verlässt (oder besser: ihr alle Lebenslagen uberlässt), ist Claus der Zuhörer in Zeiten von Kummer und mithin Elisabeths bester Freund. Nicht persönlich anwesend ist Franziska Lachner, die Mutter von Elisabeth und Vincent, die trotzdem nicht unerheblich zum weiteren Verlauf des Abends beiträgt.
Anlass des Treffens ist eigentlich die verspätete Anna, die, gemeinsam mit Vincent, in freudiger Erwartung eines Sohnes ist. Es gilt, die durchaus verständliche Neugier der weiteren Anwesenden zu befriedigen. Der Anlass des Treffens ist also ein erfreulicher - bis Vincent mit dem angedachten Vornamen des Nachkömmlings herausrückt ...
Neuer MaBstab in Sachen "Namensfindung" gesetzt
Sind Elisabeths und Pierres Kinder mit den Vornamen Athena und Adonas "gestraft", so setzt Vincent mit seiner "Namensfindung" einen neuen Maßstab, bringt die Familienbande an den Rand des Absturzes uhd entfacht ein innerfamiliäres Erdbeben. Der sich auftuende Abgrund führt zu irrwitzigen und skurrilen Szenen und Diskussionen. Er droht, die jahrelangen freundschaftlich-familiären Bande im Eifer des Gefechtes nachhaltig zu beschädigen, findet aber, glücklicherweise, ein versöhnliches Ende.
Dem Nikola-Ensemble gelang es beeindruckend leicht, das anspruchsvolle und gesellschaftskritische Stück auf die Büuhne zu bringen.
Unter der Regie von Elisabeth und Georg Lackermeier ging es temporeich durch den Abend. Mit Herz und Hingabe wurde das Stück zelebriert und die Charaktere ausdrucksstark und überzeugend herausgearbeitet.


• Info
Weitere Aufführungen sind am 28., 29. und 30. April sowie am 5. und 6. Mai, jeweils um 20 Uhr im Pfarrsaal St. Nikola, Nikolastraße 41a.

Vincents (ganz rechts) Namensgebung für seinen Sohn führt bei Claus, Elisabeth, Anna und Pierre (von links) zu lebhaften Diskussionen.